Es ist wieder Sonntag… …Zeit für Gedanken über Gott und die Welt


Festgelegt: „Von dem ist nichts Gutes zu erwarten.“, sagen die Leute.
Die Fehler, die er in der Vergangenheit gemacht hat, werden ihm
immer und immer wieder vorgehalten. Und auch wenn keiner etwas
sagt, spürt er, was die Menschen von ihm halten. Das starre Bild, das
sie von ihm haben, hält ihn gefangen. Es legt sich wie ein Umhang aus
Blei um ihn und macht es ihm schwer, sich zu bewegen. Er ist festgelegt.
Auch Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, wie ich Menschen
auf das, was sie getan oder gesagt haben, festlege. Ich rechne nicht
damit, dass sie mir noch einmal ganz anders begegnen. Ich weiß ja,
was ich von ihnen zu erwarten habe… Es ist schwer die Bilder, die sich
einmal verfestigt haben, beiseite zu schieben.


Und Gott?
So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen
von uns sein. (Psalm 103,12)
Das ist das Wunder der Vergebung: Gott unterscheidet zwischen uns
und unseren Taten. Er hat die Kraft dazu. Und: Er legt uns nicht auf die
Vergangenheit fest. Er traut uns Veränderung zu. Seine Vergebung
schafft Luft zum Atmen und eröffnet einen freien Blick in die Zukunft.
Gottes Vergebung schenkt Bewegungsfreiheit. Ich wünsche uns, dass
wir selbst diese Freiheit spüren. Und ich hoffe, dass wir uns von Gott
dazu hinreißen lassen, anderen solche Freiheit zu schenken.
Lebendiger Gott,
vor dir sind wir mehr als die Summe unser Taten. Deine Vergebung befreit uns, deine Liebe richtet uns auf. Hilf uns, von dir zu lernen: Gib uns
die Kraft, unsere Mitmenschen nicht auf ihre Fehler festzulegen. Bleibe
bei uns mit deiner befreienden Güte. Amen.


Herzliche Grüße und Gottes Segen!
Felix Kalder