Doktor Löbe

Dr. theol. et phil. August Julius Löbe 1805 – 1900

Dr. theol. et phil. August Julius Löbe
Dr. theol. et phil. August Julius Löbe

Pfarrer Dr. Löbe ist wohl die bedeutendste in Rasephas ansässige Person gewesen, die sich in besonderer Weise um die Bildung und Geschichtsforschung verdient gemacht hat.

Zur Person des Geheimen Kirchenrathes Pfarrer Dr. theol. et phil. August Julius Löbe

  • geboren am 8. Januar 1805 als Sohn eines Militärarztes
  • von 1817 bis 1825 besuchte er das Friedrichsgymnasium in Altenburg
  • bis 1825 studierte er 2 Jahre in der Landesuniversität in Jena Theologie
  • 1827 verbrachte er zum gleichen Zwecke in Leipzig
  • im Sommer 1928 bestand er das Examen pro candidatura
  • anschließend unterrichtete er in Altenburg „eine Anzahl Knaben altenburgischer Honoratioren“
  • gründet 1832 eine größere Lehranstalt zur Vorbereitung auf das Gymnasium
  • am 16. September 1834 vermählte er sich mit Auguste Ramshorn
  • 1834 und 1835 reiste er nach Upsala und Wolfenbüttel um 1836 bis 1846 mit seinem Freund Hans Conon v. d. Gabelenz die Gothische Bibelübersetzung nebst Glossar und Grammatik der Gothischen Sprache herauszugeben
  • 1839 wurde er Substitut („Amtsgehülfe“, Untergebener) seines Vorgängers in Rasephas, dessen Stelle er 1846 gänzlich übernahm
  • dazu hat er das neue Pfarrhaus in Rasephas erbauen lassen, welches von Baurat F. Sprenger entworfen und von W. Wagenbreth 1846 – 1847 ausgeführt wurde; insofern auch von Bedeutung, weil sowohl der Entwurf wie auch das Gebäude in seinem alten Bestand erhalten sind
  • 1879 erhielt er vom Herzog das Prädicat als Kirchenrath und
  • 1881 von der Jenaischen Facultät die Würde als Doctor theologiae honoris causa
  • von größter Bedeutung für das Altenburger Land ist das gemeinsam mit seinem Sohn Ernst 1884 herausgegebene Werk „Geschichte der Kirchen und Schulen des Herzogtums Sachsen-Altenburg“, in welchem genauste Angaben zu den Schulen, den Kirchen, Pfarreien und anderen Gebäuden zu finden sind, sowie die
  • „Beschreibung der Residenzstadt Altenburg und ihrer Umgebung für Einheimische und Freunde“ (1848) und die
  • „Geschichtliche Beschreibung der Residenzstadt Altenburg und ihre Umgebung“ (1881); andere benachbarte Länder hatten und haben Vergleichbares nicht aufzuweisen
  • fast bis zu seinem Tode führte er die Amtsgeschäfte der Pfarrei Rasephas,
  • beging am 19. nach Trinitatis 1899 das 60-jährige Amtsjubiläum, wozu der Gemeindekirchenrat die noch gebräuchliche silberne Hostiendose stiftete
  • am 27. März 1900 starb er 95-jährig im Rasephaser Pfarrhaus und wurde am 31. März 1900 auf dem Rasephaser Friedhof in der Familiengruft beigesetzt